Zwei Männer blicken lächelnd auf ein Dokument vor einer Wand mit dem Markenversprechen „Paper made for life“

Faserbasierte Barrierepapiere

Fragen und Antworten

Der Wechsel von Kunststoff zu Verpackungen aus Papier wirft viele Fragen auf.

Hier erfahren Sie, wie Barrierepapiere funktionieren, welche Anwendungen möglich sind und wie wir gemeinsam mit Ihnen eine passende Verpackungslösung entwickeln.

Technologie & Barrierefunktionen

  • Was ist ein Barrierepapier und wie funktioniert es?

    Ein Barrierepapier ist ein Spezialpapier, das durch gezielte Beschichtungen funktionale Schutzbarrieren gegen Feuchtigkeit, Sauerstoff, Fette, Mineralöle oder Aromen erhält. Das Trägermaterial ist Papier oder Karton; die Barrierewirkung entsteht durch ein oder mehrere dünne Beschichtungslagen auf der Oberfläche. Im Gegensatz zu herkömmlichem Papier kann ein Barrierepapier damit Aufgaben übernehmen, die bisher Kunststofffolien oder Aluminium vorbehalten waren wie zum Beispiel den Schutz von Lebensmitteln vor Austrocknung, Oxidation oder Fettverderb.

     

    Unser Felix Schoeller Ansatz: Wir kombinieren tiefe Substrat-Expertise mit fortschrittlichen Beschichtungstechnologien, um maßgeschneiderte Barrieresysteme zu entwickeln, die präzise auf Ihre Anwendung abgestimmt sind.

  • Was ist Curtain Coating und welche Vorteile bietet diese Technologie?

    Curtain Coating ist ein Beschichtungsverfahren, bei dem ein gleichmäßiger „Vorhang" aus flüssigem Beschichtungsmaterial direkt auf das Substrat aufgetragen wird. Das Papier läuft unter dem Vorhang hindurch, der Vorhang aus Beschichtungsmaterial wird direkt auf das Substrat, ohne Hilfsmittel wie Druckzylinder oder Rasterwalze, aufgetragen, was besonders schonend für empfindliche Substrate ist.

     

    Vorteile im Überblick:

    • Extrem gleichmäßige Schichtdicke, auch bei sehr dünnen Auftragsmengen
    • Industrielle Skalierbarkeit bei hohen Geschwindigkeiten
    • Mehrschichtige Beschichtungen in einem Arbeitsgang möglich
    • Geringer Materialverlust durch kontaktlosen Auftrag
    • Geeignet für wasserbasierte, lösemittelfreie Formulierungen


    Felix Schoeller USP: Die industrielle Skalierung der Curtain-Coating-Technologie ist ein zentrales strategisches Ziel. Wir sind einer der wenigen Anbieter, der diese Technologie für Barrierepapiere im industriellen Maßstab einsetzt und weiterentwickelt. 
     

    “Curtain Coating ist nicht einfach ein weiteres Beschichtungsverfahren. Es ist ein Paradigmenwechsel. Die Präzision, mit der wir Barriereschichten aufbringen können, eröffnet Möglichkeiten, die mit klassischen Verfahren schlicht nicht erreichbar sind. Genau das macht den Unterschied zwischen einem Barrierepapier, das gute Daten liefert, und einem, das wirklich in der Praxis überzeugt.”  

    - Andreas Bergmeier, Head of Innovation & Technical Sales Packaging

  • Welche Barriereeigenschaften können mit Barrierepapieren erreicht werden?

    Moderne Barrierepapiere können je nach Beschichtungssystem und Substrat folgende Barriereeigenschaften erreichen:

    • Feuchtigkeitsbarriere (WVTR): Schutz vor Wasserdampfdurchgang – relevant für Trockenprodukte wie Pulver, Reis, Nudeln oder Backmischungen
    • Sauerstoffbarriere (OTR): Verlängerung der Haltbarkeit durch Oxidationsschutz – wichtig für Snacks, Süßwaren und Kaffee
    • Mineralölbarriere (MOSH/MOAH): Schutz vor Migration von Mineralölen aus Recyclingpapier oder Druckfarben
    • Aromabarriere: Erhalt von Produktaromen und Schutz vor Fremdgerüchen
       

    Wichtig zu wissen: Nicht jede Barrierekombination ist mit einem einzigen Papier erreichbar. Welche Barrierewerte für Ihre Anwendung realistisch sind, klären wir im gemeinsamen Reality Check.

  • Sind Barrierepapiere maschinenkompatibel und laufen sie auf bestehenden Verpackungslinien?

    Die Maschinenkompatibilität ist eine der zentralen Aufgabenstellung beim Wechsel von Kunststoff zu Papier. Papier verhält sich mechanisch anders als Folie: Es ist steifer, weniger dehnbar und reagiert auf Feuchtigkeit und Temperatur. In der Praxis bedeutet das: Viele bestehende Verpackungslinien können Barrierepapiere verarbeiten, gelegentlich sind jedoch Anpassungen an Maschinenparametern (Spannung, Temperatur, Siegelbedingungen) hilfreich und setzen einen neuen Standard. In besonderen Fällen sind Umrüstungen oder neue Siegelwerkzeuge zielführend.

     

    Unser Ansatz: Maschinenkompatibilität ist fester Bestandteil unseres Solution-Design-Prozesses. Wir analysieren Ihre bestehenden Linien und entwickeln Lösungen, die auf Ihre Maschinen abgestimmt sind, inklusive Maschinenversuchen und Validierung vor der Serieneinführung.

  • Wie lange dauert die Entwicklung eines maßgeschneiderten Barrierepapiers?

    Wenn keine unserer Standardlösungen passt, hängt die Entwicklungszeit von der Komplexität der Anforderungen ab. Als grobe Orientierung:

    • Einfache Anpassungen bestehender Lösungen: 4–8 Wochen bis zum ersten Muster
    • Besondere Barrieresysteme mit spezifischen Anforderungen: 3–9 Monate (Prototyping, Maschinenversuche, Validierung)
    • Komplexe Mehrbarrierenlösungen mit Zertifizierungsanforderungen und Lagertests: 9–18 Monate bis zur Serienreife


    Unser agiler Entwicklungsansatz ermöglicht schnelles Prototyping und iterative Anpassungen. So reduzieren wir Entwicklungsschleifen und bringen Lösungen schneller in die Serienproduktion.

Nachhaltigkeit & Recyclingfähigkeit

  • Sind Barrierepapiere wirklich recyclingfähig oder ist das nur ein Marketingversprechen?

    Ob ein Barrierepapier im Papierkreislauf recycelt werden kann, hängt vom konkreten Beschichtungsaufbau und von den Bedingungen der jeweiligen Altpapieraufbereitung ab. Für bestimmte Barrierelösungen liegen Prüfungen nach CEPI 4EverGreen Methode 3 vor. 

     

    Zu beachten: Die Ergebnisse beziehen sich auf die jeweils geprüfte Produktvariante und die dort definierten Prüfbedingungen. Eine tatsächliche Verwertung kann zusätzlich von der lokalen Sammel-, Sortier- und Recyclinginfrastruktur im Zielmarkt des Endproduktes abhängen.

     

    “Für uns beginnt glaubwürdige Recyclingfähigkeit mit einem konkreten Nachweis: Für die jeweils geprüfte Produktvariante dokumentieren wir die Ergebnisse nach der angewandten Prüfmethode einschließlich der zugrunde liegenden Prüfbedingungen. Das schafft Transparenz und eine belastbare Entscheidungsgrundlage. Ob ein Papier tatsächlich recycelt wird, hängt darüber hinaus von der lokalen Sammel-, Sortier- und Recyclinginfrastruktur ab.” 

    - Dr. Maximilian Deutsch, R&I Project Manager, Coating Development Barrier

  • Welche Prüfmethoden und Nachweise gibt es für die Recyclingfähigkeit?

    Für die Bewertung der Recyclingfähigkeit von Papierverpackungen gibt es verschiedene Prüfmethoden und Bewertungsrahmen. Sie untersuchen je nach Verfahren beispielsweise die Zerfaserbarkeit, die Abtrennbarkeit von Bestandteilen, die Deinkbarkeit oder das Verhalten eines Materials in einem definierten Papierrecyclingprozess.

     

    Wichtig ist: Nicht jede Prüfung ist eine Zertifizierung. Ein Prüfbericht oder eine Bewertung bezieht sich immer auf die konkret geprüfte Produktvariante, die angewandte Methode und die zugrunde liegenden Prüfbedingungen.

     

    Zu den in Europa verwendeten Verfahren und Bewertungsrahmen zählen beispielsweise:

    • PTS-RH 021/97: Prüfung bestimmter Eigenschaften von Papier- und Kartonprodukten unter definierten Bedingungen, insbesondere im Hinblick auf ihre Zerfaserbarkeit beziehungsweise Repulpierbarkeit.
    • INGEDE-Methoden: Methoden zur Bewertung einzelner Recyclingparameter, unter anderem der Deinkbarkeit. Sie sind nicht automatisch mit einem umfassenden Zertifikat für die allgemeine Recyclingfähigkeit gleichzusetzen.
    • CEPI Recyclability Test Method: Laborverfahren zur Untersuchung der technischen Recyclingfähigkeit in einem definierten Recyclingprozess. Die Methode kann als Grundlage für weiterführende Bewertungen dienen. cepi
    • 4evergreen Recyclability Evaluation Protocol: Bewertungsprotokoll für faserbasierte Verpackungen, das Prüfergebnisse strukturiert einordnet und unterschiedliche Recyclingprozesse berücksichtigt. 4evergreenforum


    Für ausgewählte Barrierelösungen von Felix Schoeller werden technische Prüfungen mit geeigneten Prüfinstituten durchgeführt. Die Ergebnisse beziehen sich jeweils auf die geprüfte Produktvariante, die angewandte Methode und die definierten Prüfbedingungen. Die entsprechenden Nachweise können je nach Produkt beispielsweise Angaben zum Prüfverfahren, Prüfinstitut, Ergebnis und Geltungsbereich enthalten.

     

    Eine technische Prüfung zeigt, wie sich ein Material unter den festgelegten Bedingungen verhält. Ob es tatsächlich recycelt wird, hängt zusätzlich von der lokalen Sammel-, Sortier- und Recyclinginfrastruktur ab. Diese kann sich je nach Markt unterscheiden. cepi

  • Wie schneidet Barrierepapier im CO₂-Fußabdruck gegenüber Kunststoffverpackungen ab?

    Ein allgemeiner Vergleich zwischen Barrierepapier und Kunststoffverpackungen ist nur eingeschränkt möglich. Der CO₂-Fußabdruck hängt unter anderem vom konkreten Verpackungsaufbau, der benötigten Materialmenge, der Art und Menge der Beschichtung, dem Energieeinsatz bei der Herstellung, den Transportwegen und dem jeweiligen End-of-Life-Szenario ab.

     

    Auch die Vergleichsbasis ist entscheidend: Verglichen werden sollten funktional gleichwertige Verpackungslösungen, die dieselbe Schutzwirkung und Haltbarkeit für das verpackte Produkt gewährleisten. Ein Vergleich allein nach dem Gewicht oder dem Ausgangsmaterial kann zu einem unvollständigen Ergebnis führen.

     

    Für eine belastbare Bewertung ist daher eine Lebenszyklusanalyse (LCA) erforderlich. Sie sollte die relevanten Lebenszyklusphasen und Annahmen transparent ausweisen, von der Rohstoffgewinnung und Herstellung über Beschichtung und Transport bis zur Sammlung, Verwertung oder Entsorgung.

     

    Papier startet mit einem natürlichen Vorteil: Die Bäume, aus denen die Papierfasern gewonnen werden, entziehen während ihres Wachstums der Atmosphäre CO₂ und speichern den enthaltenen Kohlenstoff in ihrer Biomasse. Ein Teil dieses Kohlenstoffs bleibt auch im fertigen Papierprodukt gebunden. Dadurch weist Papier im Vergleich zu vielen fossil basierten Materialien bereits einen günstigen Ausgangspunkt in seiner CO₂-Bilanz auf.

     

    Barrierepapier kann in bestimmten Anwendungen Vorteile bei der Rohstoffbasis und bei der Verwertung bieten. Diese Vorteile sind jedoch nicht pauschal für jedes Barrierepapier und jeden Vergleich mit Kunststoffverpackungen anzunehmen. FSC- oder PEFC-Zertifizierungen können Angaben zur zertifizierten Herkunft und Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Rohstoffe unterstützen.

     

    Für ausgewählte Produkte von Felix Schoeller werden deshalb die konkreten Ergebnisse einer belastbaren, produktbezogenen LCA maßgeblich sein. Dabei wird mindestens die betrachtete Produktvariante, die Vergleichsverpackung, die funktionale Einheit, die Systemgrenzen, die Datenbasis und das End-of-Life-Szenario angegeben werden.

     

    Kurz gesagt: Ob Barrierepapier im Vergleich zu einer Kunststoffverpackung einen geringeren CO₂-Fußabdruck aufweist, lässt sich nur produktspezifisch beantworten. Entscheidend ist der konkrete, transparent dokumentierte Lebenszyklusvergleich einer funktional gleichwertigen Verpackungslösung.

  • Sind die Fasern in Felix Schoeller Barrierepapieren nachhaltig zertifiziert?

    Das hängt von der jeweiligen Produktvariante und dem eingesetzten Papiersubstrat ab. Für entsprechend gekennzeichnete Produkte von Felix Schoeller werden FSC-zertifizierte Fasern eingesetzt.

     

    Die Zertifizierung bezieht sich auf die Herkunft der eingesetzten Fasern und beziehungsweise oder auf die kontrollierte Lieferkette nach dem jeweiligen Zertifizierungsstandard. Welche Zertifizierung für ein konkretes Produkt gilt, hängt vom Produkt, der eingesetzten Faser und dem jeweiligen Zertifizierungsumfang ab.

     

    FSC- und PEFC-Zertifizierungen können belegen, dass die betreffenden Rohstoffe aus zertifizierten Quellen stammen und nach den Anforderungen des jeweiligen Standards beschafft beziehungsweise entlang der Lieferkette kontrolliert werden. Sie sind jedoch kein allgemeiner Nachweis für sämtliche Umwelteigenschaften des fertigen Barrierpapiers und ersetzen beispielsweise keine produktbezogene Prüfung des CO₂-Fußabdrucks oder der Recyclingfähigkeit.

     

    Für konkrete Angaben zur Zertifizierung eines Produkts sind daher die jeweilige Produktdokumentation, der Zertifizierungsumfang und gegebenenfalls die entsprechende Chain-of-Custody-Zertifizierung maßgeblich.

Regulatorik: PPWR, SUP & REACH

  • Was ist die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) und was bedeutet sie für mein Unternehmen?

    Die EU-Verpackungsverordnung PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) ist die umfassendste Reform des europäischen Verpackungsrechts seit Jahrzehnten. Sie ersetzt die bisherige Verpackungsrichtlinie (94/62/EG) und wird als direkt anwendbare Verordnung in allen EU-Mitgliedstaaten gelten (ohne nationalen Umsetzungsspielraum).

     

    Zentrale Anforderungen der PPWR:

    • Alle Verpackungen müssen bis 2030 recyclingfähig sein
    • Mindestanteile an Recyclingmaterial Kunststoff (Rezyklate) werden vorgeschrieben
    • Überverpackung wird reguliert: Verpackungen müssen auf das Notwendige reduziert werden
    • Bestimmte Einwegverpackungen werden eingeschränkt oder verboten
    • Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) wird harmonisiert
       

    Für Sie relevant: Wenn Ihre aktuellen Verpackungen nicht recyclingfähig sind, besteht Handlungsbedarf. Faserbasierte Barriereverpackungen von Felix Schoeller sind so entwickelt, dass sie die PPWR-Anforderungen erfüllen können.

  • Was regelt die Single-Use-Plastics-Richtlinie (SUP) und bin ich davon betroffen?

    Die SUP-Richtlinie (EU) 2019/904 zielt auf die Reduzierung von Einwegkunststoffprodukten ab, die häufig in der Umwelt landen. Seit 2021 sind bestimmte Einwegkunststoffprodukte in der EU verboten (z. B. Plastikstrohhalme, Wattestäbchen, Einwegbesteck).

     

    Für Verpackungen gilt: Produkte, die teilweise aus Kunststoff bestehen (auch Beschichtungen), können unter die Kennzeichnungspflichten oder zukünftige Einschränkungen fallen. Die genaue Abgrenzung ist komplex und wird durch Leitlinien der EU-Kommission konkretisiert.

     

    Prüfen Sie: Enthalten Ihre aktuellen Verpackungen Kunststoffanteile? Auch als Beschichtung oder Laminat? Wenn ja, sollten Sie die SUP-Relevanz prüfen und Alternativen evaluieren.

  • Was bedeutet REACH für Verpackungsmaterialien und Beschichtungen?

    REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) ist die europäische Chemikalienverordnung. Sie regelt, welche Stoffe in Produkten (einschließlich Verpackungsmaterialien und Beschichtungen) verwendet werden dürfen.

     

    Für Verpackungen relevant sind insbesondere:

    • SVHC-Stoffe (Substances of Very High Concern): Müssen deklariert werden, wenn sie in Konzentrationen über 0,1 % enthalten sind
    • PFAS-Beschränkungen: Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), die bisher für Fettbarrieren eingesetzt wurden, werden zunehmend reguliert und sollen in der EU weitgehend verboten werde
    • Druckfarbenverordnung: Reguliert Inhaltsstoffe von Druckfarben auf Verpackungen 


    Unser Felix Schoeller Ansatz: Unsere Barrierebeschichtungen werden ohne PFAS entwickelt. Wir verfolgen aktiv die regulatorische Entwicklung und stellen sicher, dass unsere Lösungen dauerhaft REACH-konform sind.

  • Sind Barrierepapiere für den Lebensmittelkontakt (FCM) zugelassen?

    Lebensmittelkontaktmaterialien (FCM – Food Contact Materials) unterliegen in der EU strengen Anforderungen. Die Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 legt fest, dass Materialien keine Stoffe auf Lebensmittel übertragen dürfen, die die Gesundheit gefährden oder die Zusammensetzung des Lebensmittels unzulässig verändern.

     

    Für Papier und Karton gibt es derzeit keine harmonisierte EU-Verordnung (anders als für Kunststoffe). Es gelten nationale Regelungen sowie die Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in Deutschland.

     

    Felix Schoeller entwickelt Barrierepapiere für den Lebensmittelkontakt unter Berücksichtigung aller relevanten nationalen und europäischen Anforderungen und stellt entsprechende Konformitätserklärungen (DoC) aus.

Anwendungsgebiete & Produktbeispiele

  • Für welche Lebensmittelverpackungen eignen sich Barrierepapiere besonders gut?

    Barrierepapiere eignen sich besonders gut für Trocken- und Halbtrockensortimente sowie für Produkte mit Fettgehalt. Die stärksten Anwendungsfelder sind:

    • Buttereinwickler: Fettbarriere, Feuchtigkeitsschutz, Lebensmittelkontakt
    • Trockennahrung: Pulver, Reis, Nudeln, Hülsenfrüchte – Feuchtigkeitsbarriere essenziell
    • Süßwaren & Schokolade: Fett- und Feuchtigkeitsbarriere, Aromaerhalt
    • Snacks: Sauerstoff- und Feuchtigkeitsbarriere für den Frischeerhalt
    • Bäckerei & Backmischungen: Fettbarriere, Frischeerhalt
    • Speiseeis: Feuchtigkeits- und Fettbarriere, Tiefkühlbeständigkeit


    Wo Barrierepapier (noch) nicht geeignet ist: Flüssigkeiten, Getränke, Produkte mit sehr langer Haltbarkeit unter extremen Bedingungen sind aktuell noch Domänen von Kunststoff oder Aluminium.

  • Gibt es auch Non-Food-Anwendungen für Barrierepapiere?

    Ja, der Non-Food-Bereich bietet ebenfalls attraktive Anwendungsfelder für faserbasierte Barriereverpackungen:

    • Haushalts- & Körperpflegeprodukte: z. B. Spültabs, Waschmittelpods = Feuchtigkeitsschutz und Produktstabilität
    • Saatgutverpackungen: Feuchtigkeitsbarriere für Keimfähigkeit
    • Tiernahrung: Trocken-Tiernahrung mit Fett- und Feuchtigkeitsbarriere
    • Pharma & Healthcare: Ausgewählte Anwendungen mit spezifischen Barriere- und Hygieneanforderungen


    Nicht geeignet sind hingegen Industriechemikalien, aggressive Lösungsmittel oder Produkte, die direkten Kontakt mit Flüssigkeiten erfordern.

  • Können Barrierepapiere bedruckt werden?

    Ja, Barrierepapiere können mit gängigen Druckverfahren bedruckt werden, darunter Flexodruck, Tiefdruck, Digitaldruck und Inkjet. Die Bedruckbarkeit hängt von der Oberflächenbeschaffenheit des Papiers und der verwendeten Beschichtung ab.

     

    Wichtig: Die Druckfarben müssen für den jeweiligen Verwendungszweck geeignet sein, insbesondere bei Lebensmittelkontakt gelten strenge Anforderungen an die Migrationssicherheit der Druckfarben (Druckfarbenverordnung, Schweizer Verordnung).

     

    Unser Tipp: Klären Sie die Druckfarbenauswahl frühzeitig mit Ihrem Druckpartner und Felix Schoeller gemeinsam. So vermeiden Sie Überraschungen bei der Konformitätsprüfung.

Zusammenarbeit & Co-Creation

  • Was bedeutet „Co-Creation" bei Felix Schoeller konkret?

    Co-Creation bedeutet bei Felix Schoeller: Wir bieten sowohl standardisierte als auch kundenspezifische Produkte und entwickeln gemeinsam mit Ihnen und unseren Partnern die Lösung, die exakt zu Ihren Anforderungen, Maschinen und Ihrer Lieferkette passt.

     

    Das beginnt mit einem gemeinsamen Reality Check: Wir analysieren Ihre aktuellen Materialien, Barriereanforderungen, Maschinenparameter und regulatorischen Risiken bevor wir eine Lösung vorschlagen. Unser Grundsatz: „We diagnose before we design."

     

    Der Prozess umfasst vier Phasen:

    • Reality Check: Analyse Ihrer aktuellen Situation
    • Impact & Risk: Bewertung von Kosten und regulatorischen Risiken
    • Solution Design: Entwicklung der maßgeschneiderten Lösung
    • Validation: Prototyping, Maschinenversuche, Skalierbarkeitsnachweis
       

    “Die meisten Kunden kennen ihre heutigen Verpackungsanforderungen genau, nicht jedoch immer die technischen Grenzbereiche eines neuen Materials. Denn Papier verhält sich anders als Kunststoff oder Aluminium. Deshalb entwickeln wir gemeinsam eine Verpackung, die produktspezifische Anforderungen und praktische Verarbeitung miteinander verbindet. Genau diese Verbindung aus Papierkompetenz, Technologieverständnis und Co-Creation macht Felix Schoeller besonders." 

    - Daniel Zimmermann, Head of Sales Packaging, Felix Schoeller

  • Wie läuft ein erstes Gespräch mit Felix Schoeller ab?

    Ein erstes Gespräch mit Felix Schoeller ist unkompliziert und unverbindlich. Wir starten mit einem kurzen Kennenlernen, in dem wir Ihre aktuelle Verpackungssituation, Ihre Nachhaltigkeitsziele und Ihren Zeitplan verstehen möchten.

     

    Bringen Sie idealerweise mit:

    • Informationen zu Ihren aktuellen Verpackungsmaterialien
    • Ihre wichtigsten Barriereanforderungen (Feuchtigkeit, Fett, Sauerstoff)
    • Angaben zu Ihren Verpackungsmaschinen
    • Ihre regulatorischen Anforderungen (Lebensmittelkontakt, Zertifizierungen)
       

    Auf dieser Basis können wir schnell einschätzen, ob und wie wir Ihnen helfen können und einen konkreten nächsten Schritt vorschlagen.

  • Arbeitet Felix Schoeller auch mit kleineren Unternehmen und Startups zusammen?

    Auf jeden Fall, Felix Schoeller ist offen für Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Unser Fokus liegt auf Brand Ownern, Convertern und Abfüllern, die eine ernsthafte Transformation ihrer Verpackungslösungen anstreben.

     

    Für kleinere Unternehmen und Startups empfehlen wir zunächst mit einem klar definierten Pilotprojekt zu starten, das ermöglicht eine fokussierte Zusammenarbeit mit überschaubarem Aufwand auf beiden Seiten.

  • Bietet Felix Schoeller auch Kleinserienfertigung und Prototyping an?

    Prototyping und Kleinserienfertigung sind fester Bestandteil unseres Entwicklungsprozesses. Wir verstehen, dass Sie vor einer Serienentscheidung Muster testen, Maschinenversuche durchführen und Verbrauchertests machen müssen.

     

    Unsere agile Entwicklungsinfrastruktur ermöglicht schnelles Prototyping: Vom ersten Muster bis zur skalierbaren Industrielösung begleiten wir Sie in jeder Phase. Immer mit dem Ziel, Entwicklungsschleifen zu minimieren und die Time-to-Market zu verkürzen.

Vergleich: Barrierepapier vs. Kunststoff & Alternativen

  • Warum sollte ich von Kunststoffverpackungen auf Barrierepapier wechseln?

    Es gibt vier starke Gründe für den Wechsel:

    • Regulatorik: Die PPWR und SUP-Richtlinie erhöhen den Druck auf nicht-recyclingfähige Verpackungen. Wer jetzt handelt, ist regulatorisch auf der sicheren Seite
    • Markenimage: Verbraucher und Handel erwarten nachhaltige Verpackungen. Papier wird als natürlicher und nachhaltiger wahrgenommen als Kunststoff
    • Kreislaufwirtschaft: Papier ist in Europa gut etabliert. Die Rohstoffversorgung ist gewährleistet und der Recyclingkreislauf hat sich mit hohen Sammel- und Verwertungsquoten bewährt


    Ehrliche Einschätzung: Der Wechsel ist nicht immer einfach und nicht für jede Anwendung sofort möglich. Barrierepapiere sind in bestimmten Bereichen noch nicht vollständig gleichwertig zu Hochleistungskunststoffen. Wir helfen Ihnen, realistisch einzuschätzen, wo der Wechsel heute sinnvoll ist.

  • Sind Barrierepapiere teurer als Kunststoffverpackungen?

    Ehrliche Antwort: Auf den ersten Blick ja, zumindest beim direkten Materialvergleich. Barrierepapiere sind in der Herstellung anspruchsvoller als einfache Kunststofffolien, was sich im Materialpreis niederschlägt.

     

    Allerdings ist der reine Materialpreis nur ein Teil der Gesamtrechnung. Zu berücksichtigen sind auch:

    • Lizenzkosten: Steigende EPR-Abgaben für nicht-recyclingfähige Verpackungen und deren Modulation
    • Regulatorische Risiken: Kosten für spätere Umstellungen unter Zeitdruck
    • Markenpositionierung: Wert nachhaltiger Verpackungen für Markenimage und Kundenbindung, denn wer neue Wege frühzeitig geht, profitiert von Aufmerksamkeit, Differenzierung und einer starken Positionierung
    • Skaleneffekte: Mit steigenden Volumina sinken die Kosten für Barrierepapiere


    Unser Ansatz: Im Impact & Risk Assessment analysieren wir gemeinsam die Gesamtkosten und nicht nur den Materialpreis. Oft ist der Business Case für Barrierepapier besser als erwartet.

  • Was unterscheidet Felix Schoeller von anderen Barrierepapier-Anbietern?

    Der Markt für Barrierepapiere wächst und damit auch die Zahl der Anbieter. Was Felix Schoeller unterscheidet:

    • Technologische Tiefe: Eigene 5-Schicht Curtain-Coating-Technologie und tiefe Substrat-Expertise
    • Co-Creation-Ansatz: Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen entlang der Wertschöpfungskette
    • Nachgewiesene Recyclingfähigkeit: Wir belegen Recyclingfähigkeit durch anerkannte Testmethoden
    • Agilität: Ein Fokus liegt bei uns auf der Flexibilität und Individualität
    • Spezialisierung: Packaging ist für uns eine strategische Kernkompetenz basierend auf unserer Expertise im Bereich der Foto-, Release- und Dekorpapiere
  • Welche Trends prägen die Zukunft der Verpackungsindustrie und wie positioniert sich Felix Schoeller?

    Die Verpackungsindustrie befindet sich in einem fundamentalen Wandel. Die wichtigsten Trends:

    • Regulatorischer Druck: PPWR, SUPD, PFAS-Verbote und erweiterte Herstellerverantwortung schaffen klare Rahmenbedingungen für nachhaltige Verpackungen
    • Kreislaufwirtschaft: Design for Recycling wird zum Standard – Verpackungen müssen von Anfang an für den Kreislauf entwickelt werden
    • Digitalisierung: Digitale Produktpässe und Rückverfolgbarkeit werden Pflicht – auch für Verpackungen
    • Konsumentenerwartungen: Transparenz über Materialien und Nachhaltigkeitsleistung wird zum Kaufkriterium
    • Technologische Innovation: Neue Beschichtungstechnologien ermöglichen immer bessere Barriereleistungen bei gleichzeitig höherer Recyclingfähigkeit


    Felix Schoeller Positionierung: Wir sind der erfahrene Partner für nachhaltige faserbasierte flexible Verpackungslösungen in Europa. Wir verfolgen das Ziel die gesamte Wertschöpfungskette zu verbinden und zu befähigen. Wir entwickeln heute Lösungen, die morgen der neue Standard sind.

     

    Die Verpackungsindustrie steht vor einer Transformation, die wir aktiv mitgestalten. PPWR ist kein Risiko – es ist eine Einladung. Wer jetzt in faserbasierte Lösungen investiert, sichert sich nicht nur regulatorische Konformität, sondern einen echten Wettbewerbsvorteil.

    - Guido Hofmeyer, Segmentleiter Packaging, Felix Schoeller

Autoren

Daniel Zimmermann

Seit Februar 2025 verantwortet Daniel Zimmermann als Head of Sales & New Business Development Packaging bei Felix Schoeller den internationalen Vertrieb und die Geschäftsentwicklung für papierbasierte Barriereverpackungen. Zuvor war er bei Nissha Metallizing Solutions und Eurofoil Paper Coating im globalen New Business Development tätig, mit Fokus auf Barriere- und Laminatlösungen. Diese Erfahrung bringt er heute ein, um Unternehmen bei der Entwicklung von Verpackungslösungen zu unterstützen, die recyclinggerecht sind und zu Produkten und Prozessen passen.

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Andreas Bergmeier

Andreas Bergmeier kennt Packaging aus nahezu allen Perspektiven: von der technischen Entwicklung und Anwendungstechnik über Vertrieb und Geschäftsentwicklung bis hin zu internationalen Managementfunktionen. Die enge Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten, Markenartiklern und Partnern entlang der gesamten Supply Chain hat seinen Blick auf erfolgreiche Innovationen geprägt. Sein Fokus liegt darauf, Kundenanforderungen, Nachhaltigkeit und wirtschaftlichen Erfolg in praxisnahe und zukunftsfähige Konzepte zu übersetzen.

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Dr. Maximilian Deutsch

Seit Mitte 2022 ist Dr. Maximilian Deutsch bei Felix Schoeller in der Forschung & Innovation tätig. Nach verschiedenen Stationen in unterschiedlichen Segmenten verantwortet er seit Januar 2025 die Entwicklung im Bereich Packaging. Sein Studium der Physikalischen Chemie und sein Berufseinstieg in einem Start-up für intelligente Verpackungsetiketten bilden die Grundlage für seine Expertise. Die Transformation hin zu faserbasierten Verpackungslösungen ist für ihn ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Wirtschaftssystem, in dem Ressourcen effizient genutzt werden.

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